Hier eure ultimative Packliste für Low Budget Touren – 18 nützliche Dinge, die man im Chaos der Vorbereitung gerne mal vergisst:
1. Ladegeräte, Adapter und Powerbanks
Ihr benötigt Reiseadapter für eure persönlichen elektronischen Geräte wie Handys und Laptops sowie die passenden Netzteile für euer Equipment. Bringt zusätzlich zu eurem normalen Ladegerät immer ein Autoladegerät für Autofahrten mit. Um bei Touren durch mehrere Länder weniger Adapter mitnehmen zu müssen, nehmt einfach eine Mehrfachsteckdose mit.
Wenn ihr außerdem Standard-9-Volt-Blockbatterien in euren Gitarrenpedalen verwendet, müsst ihr euch auf der Bühne keine Gedanken über zusätzliche Netzteile machen.
Schließlich ist eine leistungsstarke Powerbank auf Tour absolut lebensnotwendig – eure Handys sollten immer geladen sein, denn lokale Veranstalter, Booker oder auch eure eigenen Bandmitglieder sollten euch immer erreichen können, falls sich Zeitpläne oder Treffpunkte ändern.
Hier findet ihr eine Übersicht über die weltweit verwendeten Stromsysteme.
2. Gitarrensaiten, Drumsticks und Plektren eurer Lieblingsmarke
Es ist eine enorme Verschwendung eurer ohnehin oft knappen Zeit auf Tour, wenn ihr unterwegs einen Musikladen für grundlegende Verbrauchsmaterialien suchen müsst.
In Europa findet ihr im Allgemeinen nicht an jeder Straßenecke einen Musikladen, und in kleineren Städten gibt es manchmal überhaupt keinen. (In Irland gibt es beispielsweise jede Menge Läden, in Österreich oder Italien dagegen deutlich weniger Fachgeschäfte).
Darüber hinaus sind viele kleinere Läden vor Ort manchmal auf Klaviere oder Blasinstrumente spezialisiert. Das bedeutet, dass sie eure spezielle Lieblingsmarke oder Saitenstärke gar nicht führen und zudem viel teurer sein können als zu Hause. Deckt euch also vor Tourbeginn mit allem ein – und auch ein paar Ersatzfelle für eure Snare und Bassdrum einzupacken, ist eine gute Idee.
3. Smartphone: Navigation, eSIM & Autohalterung
Euer Smartphone ist die ultimative Tour-Zentrale, aber es nützt euch nur etwas, wenn es auch online ist.
Besonders wichtig für internationale Touren: Ladet euch noch vor der Landung eine digitale eSIM-App (wie Airalo oder Holafly) herunter. Damit habt ihr direkt nach der Landung günstiges, lokales Datenvolumen..

Ihr solltet euch dennoch immer auf den Worst Case vorbereiten. Wenn ihr euer Smartphone zur Navigation nutzt, ist es absolut sinnvoll, eure Tour-Route in Google Maps vor der Fahrt offline verfügbar zu machen. So könnt ihr auch dann noch navigieren, wenn ihr in ländlichen Gegenden den Netzempfang verliert.
Vergesst die Halterung nicht: Wenn man sich bei einer langen Nachtfahrt am Steuer abwechselt, ist das Letzte, worauf man Lust hat, eine klobige Plastikhalterung, für deren Einstellung man beide Hände braucht. Deshalb verwende ich selbst unterwegs eine kompakte, magnetische Handyhalterung*, die direkt an die Lüftungsschlitze gesteckt wird
In Kombination mit einer magnetischen Handyhülle (oder einer kleinen Metallplatte auf der Rückseite eurer Geräte) ist das ein absoluter Game-Changer. Ihr könnt eure Handys buchstäblich mit einer Hand in einer Sekunde auf die Halterung pappen und genauso schnell wieder abnehmen.
4. Gaffer-Tape (Panzertape) und Kabelbinder
Mit einer Rolle hochwertigem Gaffer-Tape und einer Packung Kabelbinder lässt sich unterwegs fast alles reparieren. Sie sind nicht nur Lebensretter bei Notfallreparaturen am Van oder Equipment, sondern auch unerlässlich, um zum Beispiel Kabel auf der Bühne festzukleben.
5. Ausgedrucktes Tourbuch
Ihr müsst natürlich alle relevanten Details für eure anstehenden Shows dabeihaben, einschließlich der Telefonnummern aller Veranstalter, Club-Adressen, Load-In-Zeiten, Essenspläne und Stage-Times. Habt dieses Tourbuch immer als ausgedruckte, physische Version im Tourbus liegen. Ihr könnt euch nicht blind auf euer Handy verlassen – Akkus gehen leer, Displays zersplittern und digitale Dateien sind genau dann nicht abrufbar, wenn ihr sie am dringendsten braucht.
6. Geldgürtel
Wenn ihr für eure Shows und das Merchandising noch bar bezahlt werdet, ist ein an der Hüfte getragener Geldgürtel sehr zu empfehlen, um die Bandkasse sicher aufzubewahren, bis ihr das Geld einzahlen könnt.
Allerdings bewegt sich Europa nach und nach auf eine bargeldlose Gesellschaft zu:
7. Mobiles Kartenlesegerät
In einigen europäischen Ländern wie Großbritannien, den Niederlanden oder Skandinavien werden Karten und mobile Zahlungen überall bevorzugt. Um nicht mehr als die Hälfte eurer potenziellen Merchandise-Verkäufe zu verlieren, sollte eure Band ein kleines, mobiles Kartenlesegerät* dabeihaben, das sich über Bluetooth mit dem Handy verbindet.
Bargeld in Europa: In diesen Ländern zahlen die Menschen noch am liebsten bar
8. Tablet mit Kopfhörern
Wenn ihr keinen Laptop mitnehmen wollt, packt stattdessen ein einfaches Tablet und ein gutes Paar Kopfhörer ein. Es ist perfekt, um das tägliche Tour-Business zu erledigen, eure Shows auf Social Media zu bewerben oder einfach Filme zu schauen und Spiele zu spielen, um die Zeit bei langen Fahrten und endlosen Wartezeiten im Backstage zu vertreiben.
Ich selbst nutze und liebe die superbequemen Bose QuietComfort Active Noise-Cancelling Kophörer*, die mich schon in einigen Festival-Backstage-Zelten mit naheliegenden Techno-Bühnen gerettet haben. Für den Alltagsgebrauch als Headset etc. nutze ich die ebenfalls sehr bequemen soundcore V20i Open-Ear Kopfhörer von Anker*, weil ich In-Ear-Kopfhörer auf Dauer unbequem finde.

9. Kamera
Egal, ob ihr eine eigene Kamera mitbringt oder euch ganz auf ein High-End-Smartphone verlasst: Achtet darauf, dass sie gestochen scharfe, hochauflösende Bilder liefert – besonders in dunklen Umgebungen wie Clubs. Eine gute Kamera ist für weit mehr als nur schnelle Schnappschüsse wichtig; ihr könnt professionelle Fotos für zukünftige Albumcover, Konzertplakate, Merchandise-Designs und offizielles Promo-Material verwenden, ganz zu schweigen von privaten Erinnerungen.
Zudem ist Social Media auf Tour Pflicht: Wenn ihr von unterwegs keine visuellen Inhalte postest, geht der Rest der Welt einfach davon aus, dass eure Band überhaupt nicht tourt. Um eure Fans bei Laune zu halten, einzubinden und über eure Reise zu informieren, solltet ihr versuchen, jede Woche mindestens zwei oder drei eurer besten Bilder oder Videos auf euren offiziellen Profilen zu posten.
10. Ohrstöpsel (Gehörschutz)
Selbst wenn ihr euch weigert, während eures eigenen Auftritts Ohrstöpsel zu tragen: Der Schutz eures Gehörs ist absolut überlebenswichtig, wenn ihr eine lange Karriere als Musiker anstrebt. Ihr solltet immer ein Paar griffbereit haben, um eure Ohren vor der ständigen Lärmbelastung zu schützen, der ihr auf Tour unweigerlich ausgesetzt seid.
Darüber hinaus werdet ihr sie später vermutlich brauchen, um nachts gut zu schlafen. Sie sind euer einziger Schutz gegen schnarchende Bandkollegen, nerviges Handy-Piepsen und so weiter.
11. Schlafsäcke und Reisekissen
In den meisten europäischen Ländern stellen Clubs und Veranstalter in der Regel Schlafplätze für Bands zur Verfügung. Das kann von einfachen Matratzen bei Privatleuten oder im Venue über Hostels und Hotels bis hin zu Bandräumen oder kompletten Bandwohnungen reichen. Ihr solltet jedoch immer Schlafsäcke dabeihaben, selbst wenn ihr hauptsächlich in Hotels übernachtet. Es kann sein, dass ihr stundenlang im Tourbus warten müsst – und selbst bei Sommertouren kann es nachts sehr kalt werden, besonders in Bergregionen.
Wenn ihr Platz im Gepäck sparen wollt, könnt ihr Schlafsäcke unterwegs günstig in Outdoor-Läden, Baumärkten oder großen Supermärkten kaufen. Ihr könnt auch eure Tourbus-Vermietung, euren Booker oder lokale Freunde fragen, ob sie vor eurer Ankunft welche besorgen können. Ein eigenes Kissen für ein kurzes Nickerchen im Van ist ebenfalls immer eine gute Idee.
12. Mikrofaser-Reisehandtuch
An manchen Schlafplätzen gibt es nicht für jedes einzelne Bandmitglied frische Handtücher, daher ist es immer besser, eigene mitzubringen. Ein spezielles Mikrofaser-Reisehandtuch spart euch enorm viel Platz in der Tasche, trocknet schnell und nimmt viel mehr Wasser auf als ein normales Handtuch.
Ein Handtuch ist so ungefähr das Nützlichste, was der interstellare Anhalter besitzen kann. Einmal ist es von großem praktischem Wert – man kann sich zum Wärmen darin einwickeln, wenn man über die kalten Monde von Jaglan Beta hüpft; man kann an den leuchtenden Marmorsandstränden von Santraginus V darauf liegen, wenn man die berauschenden Dämpfe des Meeres einatmet; man kann unter den so rot glühenden Sternen in den Wüsten von Kakrafoon darunter schlafen; man kann es als Segel an einem Minifloß verwenden, wenn man den trägen, bedächtig strömenden Moth-Fluss hinuntersegelt, und nass ist es eine ausgezeichnete Nahkampfwaffe; man kann es sich vors Gesicht binden, um sich gegen schädliche Gase zu schützen oder dem Blick des Gefräßigen Plapperkäfers von Traal zu entgehen (ein zum Verrücktwerden dämliches Vieh, es nimmt an, wenn du es nicht siehst, kann es dich auch nicht sehen – bescheuert wie eine Bürste, aber sehr, sehr gefräßig); bei Gefahr kann man sein Handtuch als Notsignal schwenken und sich natürlich damit abtrocknen, wenn es dann noch sauber genug ist.“
― Douglas Adams, Per Anhalter durch die Galaxis
13. Schlafmaske
Eine bequeme Schlafmaske kann unterwegs ein weiterer Lebensretter sein. Sie ist unverzichtbar, um das Licht bei langen Fahrten tagsüber im Tourbus auszublenden oder wenn ihr in Backstage-Räumen und Bandwohnungen übernachten müsst, die keine Vorhänge oder Jalousien haben.

14. Hoodie
Für die meisten tourenden Musiker ist ein Kapuzenpullover ohnehin das Kleidungsstück Nummer eins. Die Kapuze hält euch warm und dient als perfekter, behelfsmäßiger Sichtschutz, um die Außenwelt auszublenden, wenn ihr versucht, unterwegs etwas Schlaf zu bekommen.
15. Sonnenbrille
Sonnenbrillen sind absolut notwendig für lange Fahrten gegen die Sonne – und für den Kater am nächsten Morgen.
16. Kopfschmerztabletten
Ebenfalls dringend notwendig für besagten Kater. Je nachdem, wo ihr lebt und wo ihr tourt, lohnt es sich, diese im Voraus einzupacken. Wenn ihr beispielsweise aus den USA oder dem UK kommt und in Deutschland tourt, bringt eure eigenen Schmerzmittel von zu Hause mit, da sie in Deutschland deutlich teurer sind und nur in Apotheken verkauft werden.
17. Trockenshampoo
Das ist eine fantastische Erfindung. Oft genug muss sich die gesamte Band ein einziges Badezimmer teilen, und der Zeitplan ist brutal eng. Wenn keine Zeit für eine richtige Dusche bleibt, sorgt Trockenshampoo dafür, dass die Haare auf Tour nicht fettig aussehen.
18. Flip-Flops
Manchmal teilt ihr euer Badezimmer mit der lokalen Crew, anderen Bands oder sogar den Konzertbesuchern. Ihr werdet verdammt froh sein, ein Paar Flip-Flops zu haben, wenn ihr nachts auf die Toilette oder unter die Dusche müsst. Außerdem ist es immer eine Wohltat, den Füßen eine wohlverdiente Pause von schweren Bühnenstiefeln oder verschwitzten Sneakern zu gönnen.
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Author: Mary